Wie überwintere ich meinen Garten-, Koiteich!

Wie überwintere ich meinen Garten-, Koiteich! Im Bericht "Der Winter kommt" wurde schon darauf aufmerksam gemacht das wir über das Thema "Überwinterung" weiter ausholen möchten.
Sie werden hier von eigenen Erfahrungen, Infos aus Fachbüchern, Zeitschriften, Empfehlungen von Industrie und Handel, aber auch von anderen Teichbesitzern zu lesen bekommen. Mit diesen habe ich mich über die Jahre immer mal wieder über das eine oder andere Thema ausgetauscht und so auch mein Wissen erweitert. Anfangen werde ich wie es mein Großvater mir vor 30 Jahren gelernt hat. Obwohl inzwischen zum Teil veraltet bzw. überholt, gibt es noch immer Schulungen/Informationsveranstaltungen wo dem "Verkäufer-Nachwuchs" beigebracht wird das der Kunde es auch Heute noch so machen soll.
Bilden Sie sich Ihre Eigene Meinung, tauschen Sie sich mit anderen Teichbesitzern aus und entscheiden Sie selbst welchen Aufwand Sie betreiben möchten. Dieser Bericht soll nur eine kleine Hilfe sein.
Doch zu allererst möchten wir auf eine Frage eingehen die uns immer wieder von Kunden gestellt wird die unseren Schauteich in Lohrbach besichtigen. "Warum sterben ihre Fische nicht im Winter, obwohl ihr Teich nicht geheizt ist und sie keine Innenhälterung machen?"
Ich zeige dann meistens Bilder aus den Regionen Japans wo die großen Koizüchter in den Bergen um Hiroshima ihre Freilandteiche haben. Einige davon sind im Winter gemacht und der Autor des Werkes verweist auf Temperaturen von bis zu -30° C. Auch im Internet gibt es hierzu einige Berichte, Bilder und Filme.
Kaltwasserfische die in einem Freilandteich aufgewachsen sind, sind an unsere Temperaturen gewöhnt.
Ein Koi der in einem Aquarium aufgewachsen ist oder z.B. aus einer Zucht in Israel, Thailand stammt kennt natürlich keinen Winter wie in unseren Breitengraden üblich und muss daran gewöhnt werden.
Es gibt aber auch einige Züchtungen bei Koi die mit der Kälte nicht so gut klar kommen. Informieren Sie sich hierzu vor dem Kauf, damit Sie keine Überraschungen im Frühjahr durch Verluste erleben.
Vor 30 Jahren gab es für den Teich noch nicht die Technik, wie wir sie heute zur Verfügung haben. Viele Gartenteichbesitzer hatten auch nur ein paar Goldfische. Selten war ein Teich mehr als 80 cm Tief und 2000 Liter Wasser war schon viel.
Fror der Teich im Winter zu wurde oft ein Loch ins Eis geschlagen, ein Reisig-, Stroh- oder Schilfbündel reingestellt damit ein Gasaustausch stattfinden konnte. "Der Goldfisch hält das ja aus," dachten einige und wenn nicht wurden ein paar Neue Fische geholt.
Damals begann mein Opa seinen 1. Teich anzulegen. Alles drehte sich bei Ihm gleich um Koi, die er im Geschäft gesehen hatte und so wurde auch ich im Alter von 10 Jahren mit dem Virus Koi angesteckt.
Am Anfang sorgte bei meinem Großvater eine Lüfterpumpe mit Sprudelstein vom Aquarium dafür das ein Loch im Eis frei blieb und zusätzlich Sauerstoff ins Wasser gelangte. Der Nachteil war das oft Kondenswasser sich in den Schläuchen sammelte, gefror und so die Leitung verstopft war. Dann wurde mit heißem Wasser der Schlauch wieder aufgetaut bis zum nächsten mal. Ehrlich gesagt nervte diese Arbeit gewaltig.
Ausprobiert wurden dann Eisfreihalter. Allerdings mit einer kleinen Änderung. Von einem mit Luft betriebenen Schwammfilter wurde das Rohr verwendet, um es durch den Deckel des Eisfreihalters zu stecken. Wichtig war laut Hersteller der Styroporkonstruktion, dass sobald sich eine geschlossene Eisdecke gebildet hatte ca. 5 cm  Wasser abzulassen. So sollte eine Luftschicht zwischen Eis und Wasseroberfläche als zusätzliche Dämmung dienen. Das Problem das hierbei Auftritt können Sie sich bestimmt denken. Ist es ein Winter mit einigen Wechsel von Warm und Kalt, müsste jedes Mal wenn die Eisdecke sich wieder gebildet hat Wasser abgepumpt werden. Doch wer macht dies auf Dauer?
Da der Teich von meinem Großvater nur 2,50 m breit war baute er eine Abdeckung. Die Idee war aus einem Bericht einer Gartenzeitschrift für den Bau einer Frühbeetkonstruktion heraus entstanden. Er besorgte sich im Baumarkt oder Fachhandel Gartenbaufolie, Rahmenschenkel, Verbinder zum stecken. Noppenfolie bekam er vom Nachbarn kostenlos mitgebracht. In dessen Firma viel die Noppenfolie als "Abfallprodukt" von Verpackungen an. Die Abdeckung bestand aus 2 Lagen Gartenbaufolie, dazwischen lag vor Umwelteinflüssen geschützt die Noppenfolie. Das Holzgerüst war so ausgelegt das alles gesteckt werden konnte. So war im Frühjahr alles leicht  und Platz sparend im Schuppen zu verstauen. Bis zum Tod meiner Großeltern blieb dieses System im Einsatz.
Bei unserem 1. Gartenteich mit 5000 Liter arbeiteten wir auch mit Luftsprudler im Winter.
Als dann aber einige Jahre später der 2. Teich mit 8000 Liter angelegt wurde, der 1. wurde zugeschüttet, hielt bessere Teichtechnik Einzug und wir probierten was Neues aus. Mit einer kleinen, schwachen Pumpe im ca. 40 cm tiefen Wasser sorgten wir für etwas Bewegung im Teich und selbst bei einem strengen Winter blieb ein Loch von ca. 40 cm Eisfrei. Seit 1994 machen wir dies nun ohne Probleme.
Im Jahr 2002 war ich auf einer Schulung eines bekannten Herstellers für Teich- und Filtertechnik. Dort kam das Thema Teich überwintern auch zur Sprache und es kam zu einer lebhaften Diskussion. Der Referendar hatte empfohlen in den kalten Monaten eine schwache Pumpe im max. 50 cm tiefen Wasser zu betreiben, damit das "Warme" Wasser nicht umgewälzt, mit dem kalten vermischt wird. Vom Hersteller gab es nur die Einschränkung wegen der Garantie. Heute sind aber viele Pumpen bis -20° C. getestet und schalten sich teilweise sogar selbst ab.
Da es heute in vielen Koiteichen keine Stufen mehr gibt um eine Pumpe im flachen Wasser aufstellen zu können,  wird von der Industrie auch hier eine Lösung angeboten. Zum Beispiel gibt es Pumpen die mit einem Rohr oder Schlauch an einem Schwimmkörper aufgehängt werden. So wird aus ca. 50 cm Tiefe das etwas wärmere Wasser nach oben gepumpt und zusammen mit der permanenten Bewegung der Oberfläche bleibt um den Schwimmkörper eine Eisfreie Zone bestehen. Laut Herstellerangaben wird bei -20° C. eine freie Eisfläche mit ca. 40 cm Durchmesser bestehen bleiben. Der Stromverbrauch der Einstiegsmodelle liegt bei ca. 5 Watt/Stunde, je nach Hersteller gibt es Unterschiede bei Leistung und Verbrauch. Als Weiterentwicklung werden auch Modelle mit Heizelementen angeboten.
Weiter Möglichkeiten um den Teich vor Auskühlung oder zu starken Temperaturschwankungen zu schützen sind:
- aus PE produzierte Bälle oder Würfel die auf der Oberfläche schwimmen und diese komplett bedecken.
- Luftpolster- oder Noppenfolie speziell für Teiche hergestellt auch zum direkten aufbringen aufs Wasser
- Eine Abdeckung aus Doppelstegplatten, Swimmingpoolplanen, kleine Dächer, Konstruktionen wie bei meinem Großvater, ein Gewächshaus oder den Teich teilweise oder sogar komplett im Wintergarten integriert.
- Teichheizungen mit Wärmetauscher, Wärmepumpe, gekoppelt mit der Heizung oder mit reinem Strombetrieb.
Beim Thema Teichheizung gibt es viele verschiedenen Meinungen. Ich persönlich bin kein Freund davon wenn die Systeme nur mit Strom betrieben werden, einen 400 V Anschluss benötigen und bis zu 21 KW/H oder mehr verbrauchen. Dazu wird beim Verkauf oft verschwiegen das bei so einer Belastung des Stromnetzes der Energieversorger oder Netzbetreiber kontaktiert werden muss. Es ist durchaus möglich, dass das Stromnetz gar nicht die Kapazität hat um genügend Strom für die Heizung zu liefern.
Kommen wir nun zur Überwinterung der Fische in Hälterungsbecken. Meistens werden diese im Keller oder in der Garage untergebracht. Wir raten unseren Kunden bei großen Teichen in den meisten Fällen davon ab. Haben Sie einen kleinen Gartenteich mit ca. 60 cm Tiefe und vielleicht 2000 Liter Wasserinhalt, spricht nichts dagegen die Fische rein zu holen. Doch was machen Sie wenn Ihr Teich 10000 Liter oder mehr Volumen hat? Sind dann noch große Fische dabei wie z. B. Koi mit 50 cm oder mehr wird die Haltung in kleinen Hälterungsbecken zum Problem. Von Berichten von Kunden und Bekannten haben wir von einigen Problemen erfahren die sich ergeben können. Hier eine kleine Auswahl: Die Fische verletzen sich in den engen Becken, springen raus weil keine Abdeckung vorhanden ist oder gehen KO wenn Sie gegen die Abdeckung springen. Wegen des Stromverbrauchs der vorhanden Beleuchtung bleibt das Licht den ganzen Tag aus, der Gesundheit der Fische schadet dies auf Dauer.
Wir durften einen Teich mit folgender Lösung für den Winter besichtigen. Ein größeres Gewächshaus, versehen mit versenkbaren Rollen, montiert auf  Stahlschienen so das sich das ganze leicht verschieben lässt. Die Schienen gehen vom Gemüsegarten bis zum Teich. Im Frühjahr/Sommer werden Gurken und Tomaten angepflanzt, im Herbst wandert das Gewächshaus über den Teich um als Winterschutz zu dienen.
Natürlich lässt sich so eine Konstruktion nicht überall anwenden und das Ganze war auch nicht billig.
Sie sehen das es viele Möglichkeiten gibt um den Teich zu überwintern. Es gibt von einfachen, kostengünstigen Lösungen bis hin zu "Luxus"- Ausführungen ein großes Angebot von Industrie und Handel.
Nicht zu vergessen die Selbstentworfenen und gebauten Varianten der vielen Teichbesitzer.
Zum Schluss entscheiden Sie welchen Aufwand Sie bereit sind zu betreiben und in welchem Kostenrahmen sich das ganze bewegen darf.

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